Freitag, 4. Oktober 2013

Hoher Ifen am Nationalfeiertag

Wir haben den 3. Oktober 2013, 5:55 Uhr der Wecker klingelt, schnell und kurz frühstücken und pünktlich um 6:30 Uhr meine Cousine Kerstin abholen. Wir fahren Richtung Sonnenaufgang und der Nebel hält sich in Grenzen und bleibt in den tieferen Tälern. 7:25 Uhr kurzer Zwischenstopp beim Bäcker in Immenstadt und weiter geht's Richtung Oberstdorf und Kleines Walsertal. Die Sonne blinzelt über die Berggipfel und die Vorfreude steigt, endlich den Ausgangspunkt auf 1280 m zu erreichen.  
8:10 Uhr Ankunft an der Auenhütte und Ifenbahn. Noch scheint es ruhig am Berg zu sein, die Stille ist herrlich, doch schnell treffen wir auf die ersten Weggefährten. Um 8:55 Uhr erreichen wir die Bergstation der Ifenbahn von "Das Höchste" (Bergbahnen Kleinwalsertal und Oberstdorf) auf 1580 m. Für uns sicherlich noch nicht das Höchste, sind wir doch gerade eben erst warm gelaufen.  Weiter geht's Richtung Gipfel, auf den wir eine erste tolle Aussicht bekommen können.

Gespannt sind wir auf die Aussicht vom Gipfel, denn schon der Weg durch das Schottertal unterhalb der Ifenwand ist sehr schön. Die Natur scheint sich nochmal ins Zeug zu legen, bevor der Winter Einzug hält. Immer wieder bleiben wir stehen und betrachten die Bergwelt mit ihren Bergblumen.


Um 10:00 Uhr überqueren wir die Ifenmulde ( ca. 1900 m) und gehen zum schwierigsten Teil unserer Bergtour über: der Steig von der Ifenmulde bis zum Gipfelplateau. Zuerst den mäandernden Weg über die Gerölllawinen bis zur fast 100 m hohen Ifenwand, die diesen Berggipfel und sein Bergpanorama so unverwechselbar macht. Der Weg geht steil empor über glatte Felsen und zwischen massiven Felstürmen hindurch.

Gegen 11:30 Uhr ist schließlich der Ifengipfel in Sicht. Auf dem Gipfelplateau fängt das Genießen des umwerfenden Bergpanoramas an. Eben noch auf den anspruchsvollen Steig konzentriert, werden jetzt akribisch die umliegen Gipfel recherchiert und in Bild festgehalten. Die letzten Meter zum Gipfel sind ausgemacht, doch an Einsamkeit, Ruhe und entspannte Brotzeit ist nicht zu denken, höchstens davon zu träumen. Auf dem Gipfel des Hohen Ifens (2230 m) sind schon etwa dreißig andere Wanderer. Wir ringen uns durch zum Gipfelkreuz und machen schnell den Pflichtfototermin mit Gipfelfoto und Panorama und steigen wieder etwa zehn Meter ab. Schnell haben wir unseren Brotzeitplatz gefunden, zu dem wir nur über ein Altschneefeld gelangen können.

Unsere Mühe einen Jauseplatz abseits des Massentourismus zu finden wird schnell belohnt. Die Devise lautet: zuerst hören dann sehen.... Wir fragen uns, von wo die Grunzviep-Laute kommen, bis wir eine Art von Tauben mit dicken fedrigen Füßen erspähen. (Zu Hause gegoogelt, stellt sich heraus, dass es sich um Schneehühner handelt, die doch recht scheu und selten zu beobachten sind). Dazu leisten uns sehr gesprächige Bergdohlen Gesellschaft.

Wie macht ein Schneehuhn?
Nach einem Gipfelbier und einer ausgiebigen Brotzeit bereiten wir uns um 12:15 Uhr auf den Abstieg Richtung Hahenköpfle vor. Dazu müssen wir aber den Steig wieder zurück, auf dem sich mittlerweile die Massen tummeln. Im Gänsemarsch geht es hoch und runter und wie an einer einseitigen Straßenverengung passiert der Verkehr wechselseitig. Als wir endlich den Wegweiser an der Abzweigung  Richtung Hahnenköpfle und Gottesackerplateau passieren, lichtet sich das Feld und wir können wieder etwas entspannter weiter gehen.
 
Das Hahnenköpfle (2080 m) erreichen wir ca. gegen 13.25 Uhr. Ohne große Pause machen wir uns auf einen kleinen Abstecher zum grotesken Gottesackerplateau. In der komplett aus Felsen bestehenden Hochfläche verliert man schnell den Weg, wenn man sich auf etwas anderes als die kleinen, gemalten Wegmarkierungen konzentriert.
Auf dem Rückweg können wir nochmal die warme Herbstsonne auskosten und erreichen schließlich gegen 14.30 Uhr die Bergstation der Ifenbahn. Hier entscheidet Kerstin, dass wir "den Rest doch auch noch laufen". Gesagt, getan. So sind wir um kurz nach 15 Uhr im Tal an der Auenhütte.
Das Resumée des Tages: ca. 7 h Tourzeit, 1200 hm, fast 14 km Wegdistanz. An dieser Stelle nochmal danke an Kerstin, die mitgekommen ist und sich wirklich tapfer geschlagen hat (die Tourdaten können sich sehen lassen!).

Wie immer gibt's mehr Bilder hier: PICASA-Webalbum

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