Samstag, 21. September 2013

Rubihorn an einem schönen Herbsttag (oder ist es noch Spätsommer :-) )

Ein freier Tag, gutes Wetter in Aussicht.... was gibt es besseres als raus in die Natur zu gehen? Ein Tourziel war schnell gefunden, die Mitwanderer ließen aber zu wünschen übrig.... Arbeit, keine Lust, keine Zeit....
Aber egal, denn einmal ein Ziel anvisiert, lässt man es sich nicht nehmen! So ging es am Samstagfrüh um 7.15 Uhr los in Richtung Oberstdorf. Der Sonnenaufgang auf der Queralpenstraße versprach schon einen tollen Tag. Schnell war der Parkplatz in Reichenbach bei Oberstdorf gefunden und die 2,50 € Parkgebühr waren völlig angemessen. Der Start lag bei ca. 860 m. Der Wegweiser zum Rubihorn propagierte 3 1/2 h. Die anfangs noch asphaltierte Straße verlief parallel zum Gaisalpbach, der über viele Geröllstufen zu Tal rauschte, bis zur Richter-Alpe und Gaisalpe. Beide Alpen waren bewirtschaftet, doch der Tag war noch zu jung für eine Pause oder eine Einkehr. Danach schlängelte sich der Weg empor mit einer atemberaubenden Sicht aufs Rubihorn.
Steil aber schön schien der Weg zu sein. Zwischen Latschenkiefern und Felsen verlief der Weg, teilweise als Bachbett, recht angenehm, mehrmals einen Bergbach querend, bis zu einer Geländekante, an der oberhalb schon die Sonne war. Die Luft duftete eigen, irgendwie besonders aber angenehm. Auf dem kleinen Hochplateau befand sich der Untere Gaisalpsee (1500 m), der glasklar und glatt das Bergpanorama spiegelte. Der richtige Ort für eine kleine Pause!
Auf den letzten Meter vor der Pause war ein Wanderduo, welches ich überholte und dann hoffte die Pole-Position zu haben... leider zu früh gefreut, schon einige Höhenmeter über dem Bergsee, erspähte ich die nächste Wanderergruppe. Zügig, wie schon der bisherige Aufstieg holte ich diese Gruppe ein und nahm den Schlussanstieg in Angriff. Nach etwa 2/3 des mäandernden Steigs sah ich leider wieder zwei Personen, die im steilen Gelände nicht mehr einzuholen waren. Am Grad angekommen waren es nur noch wenige Meter bis zum Gipfel, welche höchste Konzentration, Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit erforderten.
Nach nur zwei Stunden Aufstieg konnte ich schon das schöne Gipfelkreuz des Rubihorns (1952 m) und die grandiose Aussicht auf Oberstdorf, Illertal und einige Gipfel der Allgäuer Alpen genießen. Herrlich! Bei der Brotzeit und dem Gipfelbier bekam ich Gesellschaft von zwei Bergdohlen, die (fast) aus der Hand gefressen haben. Noch unklar war der weitere Verlauf der Tour. Ich entschied mich dann aber gegen die (gewünschte,) weitere Tour über den Grat am Rand des Tals zum gegenüberliegenden Entschenkopf. Den doch anspruchsvollen und langen Weg wollte ich nicht alleine meistern und behlate mir ihn für einen weiteren Aufstieg mit meinem Bruder auf.
Den vermeintlich kurzen Aufstieg zum ca. 500 m Luftlinie entfernten Nebengipfel Gaisalphorn (1953 m) wollte ich mir nicht nehmen lassen. Der schmale Pfad am Grat entlang zwischen Latschen offenbarte sich als anspruchsvoll und hatte einige Kletterstellen und eine Metallleiter. Den Gipfel konnte ich für mich allein beanspruchen und die herrliche Aussicht aufs Nebelhorn und Oberstdorf genießen. Nach einem kurzen Päuschen machte ich mich auf den Abstieg. Der kleine Abstecher "kostete" immerhin 1 h. Wieder auf dem Wanderweg zum Gaisalpsee angekommen hatte man das Gefühl in der Rushhour einer Großstadt zu sein (naja, ganz so schlimm wars nicht) Das Schuhwerk änderte sich von Bergschuhen zu halbhohen Trekkingschuhen, schließlich zu Turnschuhen.... Tiefe Schuhabdrücke in Kuhfladen machte daraus aber auch eine witzige Sache...
Wieder im Tal angekommen hatte ich auf meiner GPS-Uhr stattliche 15 km Distanz, 5 1/2 h Gehzeit und ca. 1250 Höhenmeter (insgesamt 2500 Höhen- und Tiefenmeter).

Mehr Fotos wie immer im Picasa-Webalbum


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