Bereits im Juli
erkundeten wir das Schwarzhorn, das unweit vom Flüelaalppass 3147 Meter in den schweizer Himmel ragt. Nachdem sich der Sommer auch im August nicht von seiner besten Seite zeigte, nutzen wir ein kurzes "Schönwetter-Fenster", das für Samstag, den 23.08.2014 vorausgesagt wurde. Nach anfänglichem Frühnebel und Wolken, sollten diese am späten Vormittag durchziehen, bevor am Nachmittag eine weitere Kaltfront die Berge erreicht. Der normale Tagesablauf bei einer solchen hochalpinen Bergtour heißt eigentlich früh aufstehen, im Auto frühstücken und nach Möglichkeit der erste sein, der ins Gelände startet. Auf den Wetterbricht vertrauend machten wir uns gemütlich um 7 Uhr in Lindau auf und steuerten den Flüelaalppass an. Auf das Frühstück im Auto wurde aber nicht verzichtet und als wir um 9 Uhr an der Parkbucht direkt an der Passstraße anhielten und noch kein einziges Auto dort parkte, waren wir also auch die ersten im Gelände. Die angekündigten 3 °C fühlten sich bei absoluter Windstille gar nicht so kalt an. Die restlichen 740 Höhenmeter bis zum Gipfel ließen genügend Zeit zum Aufwärmen. Über die Schwarzhornfurgga (2880 m) und den Südkamm sollte der Aufstieg 3 Stunden dauern, den wir trotz kurzer Brotzeit auf 2 Stunden verkürzen konnten. Als während der Brotzeit kurz der Nebel aufmachte, konnten wir das erste mal den Schwarzhorngletscher sehen und das schroffe Gelände bewundern.
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| Schwarzhornfurgga mit Schwarzhorngletscher im Hintergrund |
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| Schirmer Bros am Gipfel auf 3147 m |
Schon bald standen wir oben am Gipfel, der über einen schönen Wanderweg zum Teil etwas ausgesetzt und steil zu erreichen ist. Laut Gipfelbuch waren wir die ersten Bergsteiger auf dem Schwarzhorn an diesem Tag. Selbstverständlichen hinterließen auch wir einen Gruß im 25. Gipfelbuch des Schwarzhorns. Nach 30-minütiger Pause und der Hoffnung auf einen Ausblick auf Großglockner und Mont Blanc, mussten wir leider wieder absteigen, da die Witterung nicht wirklich Besserung zeigte. Auf dem weg bergab kamen uns noch ein paar Wanderer entgegen, die ebenfalls auf einen schönen Bergtag hofften. Am Abstieg kam mit 2-Stündiger Verspätung endlich die Sonne heraus und wir konnten das Panorama genießen. Der Blick auf das Flüela Wisshorn (3085 m) und Piz Champatsch (2946 m) im Norden sowie Piz Radönt (3065 m) und Radüner Rothorn (3022 m) im Süden des Schwarzhorn ließen uns schon weitere Wanderungen gedanklich planen. Der kleine Bergsee unterhalb des Gletschers scheint wie gemalt und wird uns hoffentlich einmal an einem heißen Sommertag erfrischen. Der ständige Blick auf den Ova da Radönt (Gebirgsbach von Gletschersee zum Flüelaalppass) begleitet uns weiter Richtung Auto, das wir nach insgesamt 8,41 km erreichen.
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| Blick auf das Flüela Wisshorn |
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| Quellaustritt unterhalb des Schwarzchopf |
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Immer wieder überqueren wir Schutthalden, die den Wanderweg kreuzen. Ein windähnliches Rauschen im Untergrund lässt auf eine unterirdische Entwässerung schließen. Im Bereich des Schwarzhorn dominiert Amphibolit mit Orthogesteinen und Granitgneisen. Im Bereich der Schotterhalden finden sich oft Moränen der vergangenen Eiszeit, was dieses Gebiet auch geologisch interessant macht. Die Schotterhalden selbst sind Resultate vergangener Bergsturze und Erosionen des Gesteins, die zur typischen Schuttkegelform geführt haben. Das anstehende Gestein unter den Schuttkegeln fungiert als wasserleitende Schicht, die groben Blöcke der Schuttkegel dagegen führen zu einem windähnlichen Rauschen des Wassers und einer besonderen Akustik in der sonst stillen Bergwelt. Am Flüelaalppass angekommen wird die Stille wieder durch den Verkehrslärm unterbrochen, der uns langsam mit aus dem Tal trägt. Der nächste 3000er lässt bestimmt nicht lange auf sich warten und vielleicht können wir dann wieder von geheimnissvollen Klängen und sportlichen Erlebnissen berichten!
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