Samstag, 25. Oktober 2014

Der alte Mann und die jungen Männer


Es waren einmal drei junge Burschen, die ein alpinistisches Abenteuer suchten, um ihren Traum der freien Kletterei zu erfüllen. So jung wie das Alter der Burschen, so sportlich und dennoch würdevoll suchten sie ein passendes Ziel für ihre Unternehmung. So standen die drei Sportskameraden an einem Septembermorgen im Jahre 2014 an Fuße des Berges ihrer Träume: der Säntis. 
 
Säntis, 2502 m
Vom Bodensee und Deutschland aus haben sie ihn schon oft gesehen und sich gefragt, warum waren wir da noch nicht oben? Der Säntis wurde aber auch schon früh durch die Schweizer Eidgenossen eingenommen, telekommunikationstechnisch ausgebaut und die rauhen Kalkfelsen durch glatte Granitstufen überbaut. Ein Tunnel verbindet die südlichen mit den nördlichen Bergflanken, der Säntis selbst verbindet Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechstenstein, Frankreich und Italien durch ein 360°-Panorama. Die drei jungen Burschen dagegen verbindet der alpine Sportsgeist, der Appenzeller Käse und der Bodensee. Deshalb suchten sie die Herausforderungen mit dem 2502 m hohen Berg. Doch dem nicht genug: in einem kleinem roten Büchlein stand etwas von einem 2436 m hohen Berg, der ebenfalls geologisch mit dem Säntis verbunden ist. Der hohe Berg, Altus Mons, der Altmann. Über den Lisengrat sei er in leichter Kraxelei, drahtseilversichert und über zahlreiche Stufen und Stiegen zu erreichen.

Lysengratweg zwischen Säntis und Rotsteinpass
Altmann, 2436 m
Der Rotsteinpass mit seiner kleinen Berghütte gibt nach gut einer Stunde die Möglichkeit zur Rast, wobei der steile Aufstieg zum Altmannsattel schneller von Statten geht. Über eine Bergwiese ist auch schnell der Fuß des Altmanns erreicht. Von dort heißt es, den alpinistischen Klettertraum erfüllen und in leichter Kletterei über den speckigen Fels den Gipfel erklimmen. Über einen schmalen Grat, ausgesetzte Felspassagen und der Durchschreitung einer Scharte wird das Gipfelkreuz erreicht. Über ihre Leistung erfreut und das Panorama genießend, fragen sich die drei Burschen, ob sie wohl wieder sicher den alten Mann herunter kommen?! Das nötige Selbstbewusstsein am Gipfelkreuz suchend, wird der Abstieg zur Herausforderung: "Ewig lieb ich meine Berge bis ich einst bei ihnen sterbe". Im Höhenrausch und voller Adrenalin steigen die drei jungen Bergsteiger hinab zum Altmannsattel, von dort aus über eine Nordwand der Rotsteinpass erreicht wird. Auf gewohntem Weg und mit der richtigen Portion Schwindelfreiheit wird auch dieser kräftezehrende Anstieg gemeistert. Die Aussicht andauernd genießend entschweben unsere drei Abenteurer dem Alpstein richtung Schwägalpe...
Kletterei am Altmann
Blick auf die Churfürsten

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